Betriebsfeier

Jurina möchte wissen, wie sie sich auf der Betriebsfeier verhalten soll. Niemand in der Firma weiß von ihrer Sucht.

Das ist wohl nicht ganz so einfach zu beantworten. Es gibt mehrere Fragen, die es da erst mal zu beantworten gäbe:

Ist es für Dich gefährlich, dort hinzugehen?
Wenn Du das Gefühl hast, die Veranstaltung nicht trocken zu überstehen, dann solltest Du Dich krank melden. Deine Sicherheit steht an erster Stelle. Deshalb solltest Du wirklich abwägen, ob es möglich ist, Dich krankzumelden, auch wenn es nicht einfach ist. Dabei kannst Du Dir die Frage stellen, was Du tun würdest, wenn Du Dir jetzt ein Bein gebrochen hättest.

Ist der Alkohol keine Gefahr, sondern die Fragen der Kollegen machen Dir Angst?
Auch das ist nicht so leicht zu beantworten, denn es gibt so unterschiedliche Kollegenkreise und Verhaltensweisen.

Wir hatten mal einen Fall in der Gruppe, da hatte eine Person Angst, dass unangenehme Fragen gestellt würden. Da gab es dann die Idee, mit einem flachen Witz zu antworten (z. B. als Mann: Ich bin schwanger) oder ganz direkt die Gegenfrage zu stellen: Warum trinkst Du denn?

Letztlich ist es nicht notwendig einen Grund zu nennen. Aber ich kenne auch die Kollegen, die bei der Feier, bei der der Chef die Rechnung zahlt, plötzlich zu peinlichen, saufenden Tieren werden, die keine Grenzen respektieren. Eine mögliche Antwort könnte auch sein: Lass mich doch erst mal ankommen. Nachher trinken wir einen zusammen! Nachher ist er vermutlich so betrunken, dass er das gar nicht mehr weiß.

Hast Du freundliche und interessierte Kollegen, die die Frage tatsächlich aus Interesse stellen, dann kannst Du einfach sagen, dass Du grundsätzlich keinen Alkohol trinkst, weil Du das nicht verträgst. Das ist nicht gelogen und vermutlich bist Du sie dann mit einer Gegenfrage los. Einfach eine Smalltalk-Frage stellen. Z. B. Wie lange bist Du denn schon im Betrieb?

Kannst Du Unterstützung organisieren?
Du könntest in Deiner Gruppe nachfragen, ob Dich jemand unterstützen möchte, zum Beispiel mit einem kurzen Kontakt zu einer festgelegten Zeit. Das kann noch mal ein Anker sein, der Dir ein bisschen Sicherheit schenkt.

Und bitte nicht vergessen: Du kannst jederzeit eine Situation verlassen!

Wir haben diese Gespräche in der Gruppe schon häufiger gehabt. Bisher hat sich in allen Fällen herausgestellt, dass die Angst vor unangenehmen Fragen viel schlimmer war, als es dann tatsächlich abgelaufen ist. Man kann sich immer aus einem Gespräch rausziehen oder ablenken. Wenn Dich jemand bedrängt, ist es auch nicht unhöflich, das einfach zu ignorieren.

Hab also keine Angst und freue Dich auf einen schönen Abend mit Deinen Kollegen!

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