Was ist ein Trauma?
Ein Ereignis, das so bedrohlich oder katastrophal ist, dass es bei fast allen Menschen zu einer tiefen Verzweiflung führen würde, wird zum Trauma, wenn man ihm schutzlos ausgeliefert ist. Das Wort Trauma kommt aus dem Griechischen und bedeutet Wunde. Man kann das psychische Trauma also als eine Wunde an der Seele verstehen, die durch Gewalteinwirkung ausgelöst wurde.
Als Gewalteinwirkung werden hierbei ganz verschiedene Dinge verstanden. Es kann ein schwerer Unfall sein, eine Naturkatastrophe oder aber auch Gewalt, die durch Menschen verursacht wird und ein schweres Ausmaß hat. Dazu zählen:
- Körperliche Gewalt
- Psychische Gewalt und Vernachlässigung
- Sexualisierte Gewalt
Ein Trauma muss nicht unbedingt eine psychische Erkrankung auslösen, die man auch als Traumafolgestörung bezeichnet. Je häufiger man allerdings traumatisierenden Ereignissen ausgesetzt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, eine Traumafolgestörung zu entwickeln. Bei vielen Betroffenen bleibt diese jedoch unentdeckt. Wenn beispielsweise eine Abhängigkeitserkrankung vorhanden ist, wird die Behandlung der Sucht häufig in den Vordergrund gestellt. Eine veraltete, aber leider immer noch häufige Auffassung ist, dass eine Abhängigkeit zuerst behandelt werden müsse, da unter regelmäßigem Einfluss einer Substanz keine Therapieerfolge möglich seien.
Leider werden die Wechselwirkungen zwischen einer Traumafolgestörung und einer Sucht unterschätzt. Ein Rückfall in der Suchterkrankung – also Konsum von Substanzen, die Dein Bewusstsein eintrüben – können Dich in höchste Gefahr bringen, Dich in Situationen zu begeben, in denen Du erneut traumatisiert wirst. Umgekehrt ist es ähnlich: Hast Du gerade eine Form der Gewalt erfahren müssen, ist der Griff zur Substanz nicht weit. Deshalb ist es uns in unserer Gruppe sehr wichtig, beide Erkrankungen gleichwertig zu sehen.
Sowohl die Sucht, als auch die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) bringen es häufig mit sich, dass die Betroffenen kaum noch in der Lage sind, das Leben gesund zu meistern. Der eigene Haushalt wächst einem über den Kopf und ein zufriedenstellender Alltag kommt nur selten vor. Wir kennen die Abwertungen, die man in unserer ungerechten Gesellschaft für eine derartige Lebensweise einstecken muss. Wir wissen auch, dass es nicht jedem leicht fällt, offen über die eigenen Probleme zu sprechen. Wir möchten Dir dabei helfen, verloren gegangenes Vertrauen in die Mitmenschen wieder herzustellen, so dass Du mit Gleichgesinnten offen sprechen kannst, denn nur dadurch ist es möglich, an der eigenen Genesung zu arbeiten.
Auch wenn bei Dir keine Tramafolgestörung diagnostiziert ist, Du aber oben beschriebene Gewalterfahrungen gemacht hast und der Meinung bist, dass Du betroffen bist, ist unsere Gruppe ein guter Platz für Dich.
